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Technologie

Innovationssprung nach vorn

Der Salat fürs Supermarktregal wird heute ganz anders angebaut – mit komplexer Technologie. Der Weg dorthin erforderte Geduld, Investitionen und Partner, die an Innovationen glauben. So wie bei der Gemüsebau Hofmann GbR.

Veröffentlicht am 26.09.2024

Eine Nahaufnahme von jungen, grünen Pflanzen, die in Reihen in einem Gewächshaus wachsen. Das Licht fällt sanft durch die Fenster des Gewächshauses und beleuchtet die Pflanzen.

Man sieht es ihm nicht an. Doch wahrscheinlich wurde der Salat, den Sie gerade aus dem Gemüseregal Ihres Supermarkts gegriffen haben, vollkommen anders angebaut als noch vor wenigen Jahren üblich. Denn Salatproduzenten wie das Unternehmen Gemüsebau Hofmann GbR aus Fürth bei Nürnberg setzen inzwischen auf moderne und investitionsintensive Agrartechnologie abseits des Felds – und haben damit fast alles verändert außer den Geschmack des Salats.

Denn der Salat der Hofmann GbR wurde per Hydroponik angebaut. Dank Hydroponik wachsen die Pflanzen auf Nährlösungen. Roboter und Computer sorgen dafür, dass Licht und Raum jeder Pflanze möglichst optimal sind. Dank dieser Technologie können auf einem Quadratmeter jährlich rund 280 Salatköpfe geerntet werden statt der 25 bis 30, die im konventionellen Freilandanbau möglich sind. Doch die Umsetzung ist sehr anspruchsvoll. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen: Die Investitionskosten pro Hektar sind 3,5- mal höher als üblich.

Sprunginvestition

Mit der Raiffeisenbank Knoblauchsland Bibertgrund eG und Dietmar Limmer von der DZ BANK, der seit Jahren auf die Agrarwirtschaft spezialisiert ist, hatte der Geschäftsführer der Gemüsebau Hofmann GbR schon manche große Finanzierung realisiert. „Deshalb war Herr Limmer auch mein erster Ansprechpartner für die Finanzierung der 14-Millionen-Euro-Investition in die innovative Hydroponik-Anlage für den Salatanbau“, erinnert sich Hofmann an den Sommer 2020. Eine anspruchsvolle Investitionssumme – und Gemüsebau Hofmann hatte bis dahin noch keine Erfahrung mit der hochkomplexen Hydroponik gesammelt.

Agrarfinanzexperte Limmer erinnert sich: „Wir haben die Investitionsrechnung im Team sorgfältig geprüft. Die Rechnung ging auf.“ Dennoch blieb das hohe Finanzierungsvolumen eine Herausforderung. Eine eigenkapitalähnliche Finanzierung war ein erster Lösungsbaustein. Auf der Fremdfinanzierungsseite kam eine Regionalbank hinzu. Doch diese Bank sprang kurz vor Unterzeichnung wieder ab, als eine unerwartete Schwierigkeit auftrat.

Eine Person hält in einer Hand einen frischen grünen Salatkopf. Der Salatkopf hat lange, sichtbare Wurzeln und steckt in einem kleinen grünen Behälter.
Charnchai saeheng - stock.adobe.com

„Wir haben in der Bank ein Kompetenzcenter für die Agrarwirtschaft, daher können wir auch unerwartete Themen schnell einschätzen. So wussten wir, dass die Schwierigkeiten zu überwinden waren.“

Dietmar Limmer
Dietmar LimmerAgrarfinanzexperte, DZ BANK

Einstellungssache

Limmer fand innerhalb weniger Wochen einen neuen Partner: die Raiffeisenbank Nord-Oberpfalz. Beide Banken aus dem genossenschaftlichen Verbund liehen Gemüsebau Hofmann insgesamt 12 Millionen Euro. Die Refinanzierung der langfristigen Darlehen erfolgte über ein Förderdarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Für Hofmann konnte es losgehen.

Doch so reizvoll die neue Anbautechnik Hydroponik ist, so komplex ist sie auch. Licht, Belüftung, die richtige Pflanzmethode, die passende Menge an Füllmaterial – für alles musste Hofmann erst die optimale „Konfiguration“ finden. Auch das war keine wirkliche Überraschung. Die Schwierigkeit lag aber darin, dass man erst Wochen später sehen konnte, ob die neuen Einstellungen passten. Ernte um Ernte ging verloren. „Am Anfang war es der Wahnsinn“, erinnert sich Hofmann. Doch er lernte aus den Erfahrungen und bekam die Anlaufschwierigkeiten in den Griff. Heute gehört Hofmann zu einer Handvoll Gärtner, die Hydroponik-Salate erfolgreich anbauen. Insgesamt machen diese Salate 80 Prozent aller Salatköpfe im Handel aus. Weil die Salate länger frisch bleiben, müssen weniger Lebensmittel weggeworfen werden – gut für Handel und Umwelt.

Ein großes Gewächshaus mit Reihen von Pflanzen, die durch die Glasdächer sichtbar sind. Das Bild zeigt eine Draufsicht, die die geordnete Anordnung der Pflanzen im Inneren verdeutlicht.
a_medvedkov - stock.adobe.com

Finanzierungsoptionen

Ohne einen Finanzierungspartner, der die Innovation einschätzen kann und an sie glaubt, ist die Umsetzung größerer Innovationen meist schwierig. Förderprogramme sind oft ein wichtiger Finanzierungsbaustein für die Umsetzung. Sie bieten in der Regel attraktive Konditionen hinsichtlich Zinsen, Tilgungszeiten und Laufzeiten. Allerdings ist die Förderlandschaft in Deutschland nicht immer leicht zu durchschauen. Eine Bank hilft bei der Auswahl der passenden Fördermittel und prüft dann auch den Förderantrag. Im positiven Fall leitet sie den Antrag an das Förderinstitut weiter, dessen Förderkredit sie schließlich an ihren Kunden weiterleitet.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist Eigenkapital oder eigenkapitalähnliches Mezzanine. Mezzanine ist eigentlich Fremdkapital, wird aber aufgrund seiner Nachrangigkeit von anderen Fremdkapitalgebern in der Regel wie Eigenkapital behandelt. Auch hier kann die Bank helfen, sei es als Mezzanine-Finanzierer oder bei der Vermittlung geeigneter externer Eigenkapitalfinanzierer. Unternehmen sollten sorgfältig auf die Konditionen schauen: Wie schnell möchte ein Eigenkapitalfonds wieder aussteigen, und welche Rechte lässt er sich dabei einräumen? Wie flexibel ist die Mezzanine-Finanzierung ausgestaltet? Verfügt der Fonds über Erfahrung und Know-how in der eigenen Branche, Unternehmensgröße und Wachstumsphase?

Vertrauen und Flexibilität

Wie wichtig ein verlässlicher und erfahrener Partner ist, hat Christian Hofmann am eigenen Leib erfahren: „Wenn nicht gleich alles rund läuft, ist die Anspannung schnell groß. Dann hilft es sehr, wenn man sich voll und ganz darauf konzentrieren kann, Hindernisse schnell aus dem Weg zu räumen. Wir wissen mit der DZ BANK einen Finanzierungspartner an unserer Seite, der unsere Themen genau kennt.“

Gemüsebau Hofmann hat gezeigt, dass Innovation gepaart mit Durchhaltevermögen zu Erfolgen führt, die sonst nicht möglich gewesen wären.

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