Verlagsspezial
Mit gutem Gewissen — Ein Verlagsspezial über nachhaltiges Reisen

Teil 4 Entdeckungsreise per pedes, Boot und Tram

Von BENJAMIN KLEEMANN-VON GERSUM

Quelle: Switzerland Tourism / Andrea Ebener

Wir reisen, um neue Eindrücke und neue Erfahrungen zu gewinnen. Doch jeder Kilometer, den wir in die Ferne schweifen, vergrößert unseren CO2-Fußabdruck. Die Stadt Zürich gehört zu den Orten, die sich dennoch auf nachhaltigen Wegen entdecken lassen.

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Reisende, die am Züricher Hauptbahnhof aus dem Zug steigen und sich dann erfolgreich durch die unterirdischen Ebenen der Bahnhofshalle manövrieren, finden sich fast unweigerlich in der geschichtsträchtigen Altstadt wieder. Der Südausgang führt schon nach wenigen Schritten auf die Bahnhofstraße, wo sich Prachtbauten und exklusive Boutiquen aneinanderreihen. Besucher, die die Bahnhofshalle auf der gegenüberliegenden Seite verlassen, stehen vor dem Landesmuseum Zürich mit seinem hochaufragenden Eingangsturm, der an ein mittelalterliches Stadttor erinnert. Hinter dem Gebäude erstreckt sich am Ufer des Flusses Limmat eine ausgedehnte Parkanlage.

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Quelle: Switzerland Tourism / Andrea Ebener

Wer hier am Wasser unter großen Schatten spendenden Bäumen sitzt, kann gut nachvollziehen, warum Zürich im vergangenen Jahr als erste Stadt des Landes das Gold-Label „Grünstadt Schweiz“ erhalten hat. Das Label wird von der Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG) vergeben und zeichnet Kommunen aus, die ihre Grünflächen nachhaltig planen, gestalten und pflegen.

Bahn statt Flugzeug oder Auto

Zudem hat sich Zürich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Auch Gästen macht es die Stadt leicht, den persönlichen CO2-Fußabdruck auf Reisen möglichst gering zu halten. Das beginnt schon bei der Anreise, die in der Regel für den größten Teil des Treibhausgasausstoßes im Urlaub verantwortlich ist. Wer auf Flugzeug und Auto verzichtet, hat den größten Hebel. In der Schweiz ist das kein Problem. Das Land verfügt über das dichteste Bahnnetz Europas und sein größter Bahnhof liegt in Zürich.

Auch in der Stadt am Nordufer des Zürichsees ist quasi kein Urlauber auf ein Auto angewiesen. Sie ist so kompakt, dass sich die meisten Highlights problemlos zu Fuß erreichen lassen. Für etwas längere Strecken oder bei einem besonders straffen Zeitplan steht ein engmaschiges Netz aus Straßenbahnen, Bussen und Fähren zur Verfügung.

Besucher, die sich nach ihrer Ankunft am Bahnhof erstmal einen Überblick über ihre Umgebung verschaffen wollen, überqueren den Fluss Limmat über die Bahnhofbrücke. Von hier aus sehen sie bereits den Eingang zur unteren Station der Polybahn. Zusammen mit einigen Studenten bringt einen die rote Seilbahn in nur wenigen Minuten zur Polyterrasse neben der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH). Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick über die Altstadt mit ihren zahlreichen Kirchtürmen bis hin zu der dahinter liegenden Bergkette.

Von der Polyterrasse führt der Weg entlang der Künstlergasse wieder bergab, bis man auf ein schmales Metalltor in einer dichten Hecke trifft. Die Metallstreben geben den Blick in einen versteckten Barockgarten frei. Doch das Tor zum Rechberggarten bleibt verschlossen. Hilfe kommt von Studenten, die nebenan auf der Terrasse ihrer Mensa beim Mittagessen sitzen. Sie berichten von einem freien Zugang am oberen Ende der Hecke. Nach ein paar Schritten ist man dort und kann den Garten in seiner ganzen Blütenpracht bewundern.

Vom Fuße dieser grünen Oase inmitten der Stadt führt die Straße Neumarkt weiter bergab. Links und rechts laden kleine Gässchen ein, auf Entdeckungstour zu gehen. Selbst langjährige Bewohner der Stadt spüren hier immer wieder für sie neue Winkel auf. An einem Brunnen, den eine Metallfigur der Göttin Nike krönt, zweigt das Spiegelgässchen ab, in dem anfangs kaum zwei Fußgänger nebeneinander Platz haben. Vorbei an einer Buchhandlung, Modegeschäften und Galerien schlängelt es sich bis zum Cabaret Voltaire, das als Geburtsort der Künstlerbewegung des Dadaismus gilt.

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Quelle: Switzerland Tourism / Andrea Ebener

Kreuzgang mit Garten als Energiespender

Nicht einmal vier Minuten zu Fuß entfernt steht eines der bekanntesten Wahrzeichen Zürichs, das Grossmünster mit seinen charakteristischen Doppeltürmen. Wer jedoch nur nach oben schaut, übersieht vielleicht den Kreuzgang, der einen kleinen Garten mit historischen Zier- und Nutzpflanzen beherbergt. Gerade an warmen Sommertagen können Besucher hier neue Energie für ihre Entdeckungsreise sammeln.

Ein kurzer Spaziergang am Flussufer entlang führt auf den Bürkliplatz, wo zwei Fährschiffe am Kai liegen, denn das nächste Ziel, der Park am Zürichhorn, lässt sich am besten mit einem Boot erreichen. Während der gut zehnminütigen Überfahrt lehnen sich die Fährgäste entspannt zurück und genießen es, den Blick über den schimmernden Zürichsee schweifen zu lassen. Was könnte erholsamer sein?

Am Zürichhorn, nur wenige Schritte vom Ufer entfernt, wo sich zahlreiche Badegäste tummeln, ragt ein seltsames Metallkonstrukt in den Himmel. Die Heureka ist ein Kunstwerk aus Eisenstangen, Stahlrädern, Metallrohren und Elektromotoren, das in den 1960er Jahren vom Schweizer Künstler Jean Tinguely geschaffen wurde. Er sah die Komposition mit den vielen Rädern als Symbol für Weisheit und Wahnsinn zugleich. Wer seinen Füßen nun langsam eine Pause gönnen möchte, kann am Strandbad einen Kaffee genießen und hat es anschließend nur wenige Hundert Meter bis zur nächsten Tram-Haltestelle, von wo ihn die Straßenbahn zurück in die Altstadt chauffiert.

Wie finde ich nachhaltige Reiseangebote?

Eine gute erste Anlaufstelle ist das „forum anders reisen“. In dem Wirtschaftsverband haben sich mehr als 130 kleine und mittelständische Reiseveranstalter zusammengeschlossen, um den nachhaltigen Tourismus zukunftsfähig zu machen. Im „Reisefinder“ auf der Webseite des Vereins können sich Interessierte einen ersten Überblick verschaffen.

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