Die Kronjuwelen schützen
Zu drastischen Worten greift auch Norbert Pohlmann, der am Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule forscht: „Allen Unternehmen muss klar sein: Was sie gerade tun, reicht nicht aus, um nicht angegriffen zu werden“, denn „kriminelle Organisationen werden immer professioneller“. Der Institutsleiter und Professor für Cybersicherheit rät zu einem strategischen Vorgehen: „Als Unternehmer muss ich wissen, was meine Werte sind, und diese muss ich besonders schützen.“ Etwa fünf Prozent der Daten eines Unternehmens zählten einer Studie zufolge zu den „Kronjuwelen“, aber die meisten Geschäftsführer machten sich gar keine Gedanken, welche elektronischen Werte besonders wichtig sind.
Pohlmann, Autor des Standardwerks „Cybersicherheit“, wundert sich: „Technologien wie die Multifaktorauthentifizierung sind schon lange verfügbar, die nutzt nur keiner, wir hängen bei vielen IT-Sicherheitsmechanismen hinterher, investieren nicht.“ Die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland liegen bei sieben Prozent der IT-Ausgaben insgesamt, bei den Amerikanern seien es bis zu 20 Prozent. Ein Aspekt ist Pohlmann besonders wichtig: „Die Angreifer werden immer erfolgreicher, schlagen immer intelligenter zu – wenn sie Erfolg haben und Lösegeld freipressen, finanzieren wir die kriminellen Strukturen mit. Wenn wir mehr entgegensetzen, gibt es weniger erfolgreiche Angriffe. Es fließt weniger Geld in das kriminelle System, und wir machen alle zusammen einen Schritt nach vorne.“



