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vom 20.04.2023

Coca-Cola im Dialog:Ernährungs­strategie, Werbeverbot und Zucker­reduktion im Fokus der Diskussion

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Beim dritten Real Talk von Coca-Cola im Forum der Berliner Vertretung der F.A.Z. diskutieren die Teilnehmenden darüber, welche politischen Rahmenbedingungen sinnvoll sind, um das Ernährungsverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern positiv im Sinne eines gesunden und nachhaltigen Konsums zu beeinflussen.

Kinder schützen, Eltern stärken – unter diesem Motto hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 27. Februar 2023 einen Gesetzes­entwurf vorgestellt, der an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt regulieren soll. Als Kinder werden dabei alle unter 14-Jährigen definiert. Zwar schränkt die Lebensmittel­branche auf Basis freiwilliger Selbst­verpflichtungen Produktmarketing für diese Zielgruppe ein. Das Unternehmen Coca-Cola zum Beispiel verfolgt bereits seit 1956 eine „No Marketing to Kids“-Richtlinie. Diese wurde immer wieder weiterentwickelt und untersagt heute in Deutschland Werbung an unter 14-Jährige auf sämtlichen Kanälen, von der Werbung über die Verpackung bis hin zur Website.

Dem BMEL geht dies offenbar aber nicht weit genug. Immer noch seien mediennutzende Kinder zu vielen potenziell schädlichen Einflüssen ausgesetzt, so das Ministerium. Eltern hätten kaum die Möglichkeit, Kinder vor Werbung zu schützen, Kinder und Jugendliche verzehrten etwa doppelt so viele Süßwaren und Snacks und nur halb so viel Gemüse und Obst wie empfohlen. Rund 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland sind übergewichtig, darunter knapp sechs Prozent adipös. Eine der zentralen Forderungen des BMEL: Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt soll künftig auch dann verboten sein, wenn sie Kinder zwar nicht nach Art, Inhalt oder Gestaltung, jedoch aufgrund des Werbeumfelds oder des sonstigen Kontexts adressiert. Etwa in Form von Außenwerbung im Umkreis von Schulen oder TV-Werbung zwischen 6 und 23 Uhr, die auch von Kindern wahrgenommen werden kann.

De-facto-Werbeverbot?

Dies allerdings ist diskussions­bedürftig. „So wie der Entwurf aktuell formuliert ist, läuft das auf ein De-facto-Werbeverbot für bestimmte Lebensmittel hinaus“, so Barbara Körner, Präsidentin der Wirtschafts­vereinigung Alkoholfreie Getränke und Co-Geschäftsführerin von Coca-Cola Deutschland. Zusammen mit Ramona Pop, Vorständin der Verbraucherzentrale Bundesverband, und Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des deutschen Lebensmittelverbands, tauschte sie sich auf dem dritten Coca-Cola Real Talk zur Frage aus, wie ein politischer Rahmen gestaltet werden könne, der im Hinblick auf die neue Ernährungsstrategie der Bundesregierung ein nachhaltiges Wachstum der Branche ermöglicht. Der aktuelle Entwurf stelle ihrer Meinung nach nämlich genau dies infrage. „Daher lehnen wir diese allgemeinen Werbeverbote für unsere Branche entschieden ab. Denn Fakt ist: Es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirksamkeit der Werbebeschränkungen auf die Gesamternährung und die Entwicklung von kindlichem Übergewicht.“

Auch für Christoph Minhoff ist die Zielsetzung der geforderten Werbebeschränkung im Augenblick noch vollkommen unklar. „Reden wir über an Kinder gerichtete Werbung? Oder über Werbung generell? Geht es um den Schutz von Kindern? Oder um die Etablierung eines bestimmten Lebensstils?“ Denn genau diesen Eindruck erwecke der aktuelle Entwurf. „Und da gehen wir dann als Verband nicht mehr mit. Da überschreitet der Staat unserer Einschätzung nach seine Kompetenzen“, so Minhoff. Für die Ernährung der Kinder seien immer noch vor allem die Eltern zuständig, die sich, wie eine aktuelle, vom deutschen Lebensmittelverband in Auftrag gegebene Forsa-Studie bestätigt, so gut wie alle auch selbst in dieser Rolle sehen. 98 Prozent der Befragten hätten auf die Frage, wer für die Ernährung der Kinder verantwortlich sei, die Eltern als Antwort gegeben. „Wir brauchen keine Verbote, sondern eine Befähigung der Eltern und Kinder.“

Viele Eltern sind überfordert

Nur: Wie genau können Eltern und Kinder dazu befähigt werden, sich gesünder zu ernähren? Ramona Pop von der Verbraucher­zentrale Bundesverband konterte mit einer eigenen Studie. „Wir wissen, dass 80 bis 90 Prozent der Eltern schlicht überfordert sind von der Menge an Werbung, der ihre Kinder ausgesetzt sind. Dass sie sagen, wir brauchen hier Unterstützung, wir schaffen das nicht allein.“ In einem Umfeld, in dem der Süßwarenkonsum steige, in dem auch die Werbeausgaben für Süßwaren stetig zunähmen, habe der Staat sehr wohl die Verantwortung, regulatorisch einzugreifen. Die Möglichkeit, gerade über den Weg der Werbung für mehr Aufklärung bei der Zusammensetzung von Produkten zu sorgen, wie sie Barbara Körner und Christoph Minhoff an diesem Punkt in die Debatte einbrachten, befürwortete auch Pop. Allerdings: Lediglich Transparenz reiche ihr an dieser Stelle nicht aus. „Man darf Eltern nicht allein lassen. Es gibt die Verpflichtung des Staates, die Gesundheit von Kindern und Heranwachsenden zu schützen, wenn es die Eltern nicht schaffen.“ Ein Punkt, den auch Eva Bell, Leiterin der Abteilung Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Ernährung und Produktsicherheit im BMEL, in ihrer Keynote zur Veranstaltung klarmachte: „Branchenregeln haben es leider bislang nicht geschafft, Kinder vor dem nachteiligen Einfluss von Werbung zu schützen. Die Gesellschaft wartet darauf, dass der Staat eingreift.“

An die Unternehmen richtete Bell die Forderung, noch stärker als bisher den gesellschaftlichen Trend zu nachhaltiger Ernährung auch in der Produkt­entwicklung mitzudenken. Für den Getränkekonzern Coca-Cola gehört dies bereits seit einiger Zeit zum Kern seines unternehmerischen Handelns. Schon immer habe man versucht, auf die Konsumentinnen und Konsumenten zu hören, zu verstehen, was die Menschen wollen, bekräftigte Evelyne De Leersnyder, Vice President of Franchise Operations Deutschland, Dänemark und Finnland von Coca-Cola, in ihren einleitenden Worten zum Real Talk. „Wir wissen: Die Menschen wollen Getränke mit weniger Zucker.“ Schon heute werden überwiegend kalorienarme Produkte beworben. Ziel ist ein Anteil von 50 Prozent kalorienfreien und kalorienreduzierten Getränken am gesamten Geschäftsvolumen bis 2025. Mit Hochdruck arbeite man an der Reformulierung von Produkten, die sowohl das Ziel habe, den Zuckeranteil in Produkten zu reduzieren, als auch, weiterhin auf Geschmack zu setzen. „Auch das ist unseren Kunden nach wie vor wichtig.“

Kinder in Bewegung bringen

Weniger Zucker, aber gleichzeitig keine Kompromisse beim Geschmack. Das klingt natürlich ein wenig paradox. Und ist es auch. Dass die Konsumentinnen und Konsumenten sich trotz des spürbaren gesellschaftlichen Trends zu mehr Nachhaltigkeit eben auch gelegentlich für Produkte entscheiden wollen, die in erster Linie schmecken, wurde von allen Teilnehmenden an verschiedenen Punkten der Debatte angesprochen. Zum Problem werde dies aus Sicht der Lebensmittelbranche aber erst dann, wenn ein Mangel an Alternativen die Verbraucherinnen und Verbraucher tatsächlich zu einer unausgewogenen Ernährung zwinge. Gerade deshalb sei es so wichtig, betonten sowohl Barbara Körner als auch Christoph Minhoff, politische Rahmen­bedingungen zu schaffen, die es den Unternehmen ermöglichen, weiterhin eine breite Palette an Produkten anzubieten. „Die Menschen in Deutschland haben die Möglichkeit, aus über 180.000 Lebensmitteln auszuwählen“, so der Verbandschef. Deshalb finde er auch den oft geäußerten Vorwurf, es werde den Konsumentinnen und Konsumenten schwergemacht, sich nachhaltig zu ernähren, nicht wirklich stichhaltig.

Die drei Expert:innen waren sich am Ende einig, dass vor allem drei Komponenten nötig sind: Aufklärung über Ernährung und Bewegung, der Zugang zu ausgewogenem Essen in Schulen und Kindergärten und mehr Sportangebote und Sportunterricht. Die Einrichtung eines runden Tisches, bestehend aus Expertinnen und Experten aller Disziplinen, wurde bereits angeregt. Barbara Körner betonte, dass Coca-Cola Teil der Lösung sein möchte und einem solchen Ansatz positiv gegenüberstehe.

Verantwortungs­volles Marketing

Als eines der ersten Unternehmen der Lebensmittel­wirtschaft hat Coca-Cola einen strikten und über Branchen­standards hinausgehenden Kodex für verantwortungs­volles Marketing entwickelt und eingeführt. Coca-Cola verpflichtet sich dazu, Produkte nicht an Kinder zu vermarkten, unabhängig vom Nährwertprofil und unabhängig davon, ob es sich um ein Wasser, einen Saft oder ein Erfrischungs­getränk mit Kohlensäure handelt. In Deutschland betrifft das junge Menschen unter 14 Jahren und schließt auch Werbung mit Prominenten und lizenzierten Charakteren ein, die sich primär an Kinder richten. 

#realtalk