Aus Sicht des einzelnen Unternehmens ist dieses Vorgehen nachvollziehbar: Das Feld der ESG-Kriterien Umwelt, Soziales und Governance ist sehr umfangreich, und längst nicht jeder Aspekt ist für jedes Unternehmen gleichermaßen relevant oder ohne einen großen Aufwand zu erfassen. Ein internationales Textilunternehmen hat andere Nachhaltigkeitsherausforderungen als ein nur in der EU tätiges Softwarehaus; ein Energieerzeuger andere als ein Online-Paketversender. So erhebt jedes Unternehmen die Daten, die für die eigene Steuerung und Stakeholder besonders relevant sind.
Daten Grundlage für Nachhaltigkeits-Transformation
Mit den Standardisierungsvorgaben reicht dieser Blick auf ESG-Daten nicht mehr. „Die Anforderung an die Datenqualität steigt – und jedes Unternehmen sollte umgehend den eigenen ‚Datenhaushalt‘ prüfen“, empfiehlt Dr. Andreas Kamp, CFO von HSBC Deutschland. „Die bisherige Anlieferung granularer Daten legt zugleich die Mängel in der Datenqualität offen.“
Unternehmenslenker, die ihr Haus stärker nach ESG-Kriterien ausrichten wollen, benötigen wie bei allen anderen Entscheidungen zuerst Informationen. Nur so können sie Schwachpunkte und Fortschritte erkennen und Ziele definieren. Umfassende, belast- und letztlich vergleichbare Daten auch über Branchen- und Landesgrenzen hinweg bilden dafür die Grundlage. Manches Unternehmen ist dabei schon im Bereich ESG relativ weit fortgeschritten; sehr viele stehen erst am Anfang und suchen Orientierung.
