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Auf ein Glas Wein mit Jan Delay

Seine Stimme ist unverkennbar, seine bunten Anzüge sowieso. In seiner Musik vereint Jan Delay Hip-Hop, Dancehall und Funk. Wie tickt der Artist hinter Hut und Brille? Theresa Olkus hat den Musiker in seiner Heimatstadt Hamburg bei einer Bootsfahrt auf ein Glas Pet Nat getroffen.

Foto: Lucas Pretzel

Normalerweise möchte ich von meinen Gästen wissen, welches das letzte Glas Wein war, das sie getrunken haben. Dein letztes Glas Wein liegt vermutlich schon etwas länger zurück, oder?

Jan Delay: Alle paar Jahre stellt mir jemand wieder ein Glas Wein hin und sagt: Auch wenn du Wein nicht so gern magst – das musst du aber unbedingt einmal probieren. Meistens probiere ich.

Ich stehe vor der Herkulesaufgabe, dass mein heutiger Gast normalerweise gar keinen Wein trinkt. Also dachte ich, ich bringe etwas mit, was man noch nicht so kennt und was etwas ungewöhnlicher ist. Einen Pet Nat – schon mal gehört?

Nein, bisher noch nie. Ist das so etwas Ähnliches wie Cidre? Ich mag alles, was einen Geschmack hat, den Kinder mögen – wie Apfelsaft zum Beispiel.

Ähnlich. Pet Nat ist die Abkürzung für Pétillant Naturel, also ein natürlicher Schäumer. Man könnte sagen, das ist ein Schaumwein, der noch seine natürliche Hefe in sich trägt. Oft hat Pet Nat etwas von einer hefigen Limo, die großen Trinkspaß bereitet. Viele Winzerinnen und Winzer aus Deutschland sind experimentierfreudig und widmen sich diesem Trend, der ursprünglich aus Frankreich kommt – jetzt aber auch hier gelebt wird. Unser Pet Nat im Glas kommt beispielsweise aus Franken.

O.k., dann los.

Ich versuche mal, die Flasche zu öffnen, ohne eine Schaumparty einzuleiten. Wird in der Musikbranche häufig Schaumwein getrunken?

Bei den Mädels ist das vielleicht häufiger der Fall, aber ansonsten nicht zu sehr. Ich trinke meist Whiskey-Cola – das ist mein Wein. In einer Band vielleicht schon eher. Das ist aber alles nichts für mich. Viele sind es schon gewohnt, dass ich meine eigene Flasche Whiskey mitbringe, wenn es auf der Feier keinen gibt.

Foto: Lucas Pretzel

Wir probieren einfach mal, wie der Pet Nat die nächste halbe Stunde so ankommt (lacht). Du hast die letzten Monate genutzt, um deine neue Platte zu machen.

Zum Glück ist die neue Platte noch vor dem Lockdown entstanden. Wir haben aber die vergangenen Monate während der Pandemie genutzt, um allein und zu zweit im Studio daran zu feilen. Denn wenn man etwas im vergangenen Jahr hatte, war es Zeit. Man durfte ja nicht einmal Musiker ins Studio einladen, das mussten wir fast alles online machen: „Schick mal ne Strophe“ oder „schick mal ein Gitarrenspur“, hieß es oft. Ich bin daher sehr glücklich, dass ich das vorher geschafft habe.

Dann stand auch der Titel „Earth, Wind & Feiern“ schon vorher fest?

Ja, unbedingt. Auch gerade das Intro, in dem es heißt: „Es sind finstere Zeiten, aber das muss gar nicht sein“, stand schon vorher. Denn es waren vorher auch schon finstere Zeiten. Das vergessen wir nur inzwischen immer. Das war auch der Grund, warum ich die Platte geschrieben habe. Klar wollte ich eine positive Gute-Laune-Platte machen, aber die ganzen Rechtsruck-Sachen, das sich verändernde Klima und der Umgang der Gesellschaft damit haben mich extrem beschäftigt. Deshalb wollte ich etwas Positives schaffen, woraus man Kraft und Energie ziehen kann, um gegen die beschissenen Dinge anzugehen.

Foto: Lucas Pretzel

Und dann kam Corona...

Die Zeilen passen trotzdem noch. Am Ende sind wir bei einem ähnlichen Schlachtplan geblieben. Man darf nicht vergessen, dass die wirklich wichtigen Dinge immer noch lauern. Selbst wenn wir bald alle geimpft sind, müssen wir uns um diese Probleme kümmern.

Kannst du dir trotzdem vorstellen, dass deine Songs die Leute besser durch die Corona-Zeit getragen haben?

Das hoffe ich. Meine Mucke ist eben Party-Mucke. Sie läuft eigentlich da, wo Leute zusammenkommen und eine gute Zeit haben. In einer Zeit, in der das nicht möglich war, braucht man einen guten Grund, so eine Platte trotzdem rauszubringen. Wir haben uns dafür entschieden. Es kamen extrem viele Nachrichten, dass die Musik die Leute in so einer Scheißzeit glücklich gemacht hat. Da gehen bei mir natürlich die Mundwinkel hoch. Es hat das verursacht, was unsere Intention war – wenn auch in einem anderen Kontext vielleicht.

Vielleicht ist Musik dieser Zeit auch einfach zeitlos?

Ich möchte meine Musik jetzt nicht kleinmachen, aber dass die Songs so gut ankommen, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Leute Durst hatten. Viele waren sehr dankbar, dass in dieser Zeit jemand mit wirklich großem Entertainment um die Ecke kommt. Die Leute freuen sich über so ein Stück qualitatives Kulturgut.

Wie sehr sitzt du auf heißen Kohlen, wieder live zu spielen?

Sehr, brutal sogar. Wir haben viele Pandemie-Konzerte, manche davon im Strandkorb, was extrem gut angenommen wird. Auch wenn das nicht das ist, wie man das normal will – aber immerhin. In der Not frisst der Teufel Fliegen.

Foto: Lucas Pretzel

Wenn du zurückblickst – gab es in deiner Musiklaufbahn Mentorinnen oder Mentoren?

Jein – es gibt auf jeden Fall zu jedem Zeitpunkt immer Leute, zu denen man aufschaut. Es gibt immer jemanden, den man bewundert oder dessen Verhaltensweise man sich abschaut. Abschreckende Beispiele sind aber genauso wichtig. Auch gerade bei Leuten, die man schätzt und toll findet, man sich aber schwört: So will ich das nie machen. Das hat mir auch Hip-Hop beigebracht: Nimm dir überall, was dir gefällt, pack deine eigene Persönlichkeit dazu und mach etwas daraus. So ist es auch mit Vorbildern und Mentoren. Es ist wichtig, dass man sich flexibel hält. Zum Beispiel gibt es Udo Lindenberg, von dem ich viel gelernt habe.

Wenn du dir zu einem Anlass Musik wünschen darfst – was wünscht du dir?

Das kommt immer auf den Moment und die Stimmung an. Es ist ja etwas anderes, ob man im Fußballstadion ist oder man ein tierisch geiles Konzert gespielt hat. Da gibt es keine Regel. Wenn man hochgepusht ist, dann ist es ein aktueller Hit. Bevor das mit Corona losgegangen ist, habe ich mir nachts im Club oft „Roller“ von Apache gewünscht.

Wo trifft man dich in Hamburg an? Gehst du oft essen? Hamburg ist ja auch eine kulinarische Stadt.

Ich bin ein Freund von guter Küche. Ich gehe häufig essen und koche gern selbst. Hier gibt es viele tolle kleine Restaurants, die mit sehr viel Herz und Liebe gutes Essen machen, wo es es ein tolles Ambiente und eine tolle Weinauswahl gibt. In Hamburg legt man Wert auf gutes Essen. Wir haben eben nicht so gutes Wetter, deshalb müssen wir es uns irgendwie anders schön machen (lacht).

Foto: Lucas Pretzel

Am Ende muss ich dann doch erfreut feststellen, dass ich zwischenzeitig ein paarmal nachgeschenkt habe, weil unsere Gläser leer waren (lacht). Danke für deine Zeit, dass du dich auf den Pet Nat eingelassen hast und alles Gute weiterhin!

Hören Sie das ganze Gespräch im Podcast

und entdecken Sie alle bisherigen Episoden.

#1 Auf ein Glas Wein mit Max Herre

#2 Auf ein Glas Wein mit Sterneköchin Julia Komp

#3 Auf ein Glas Wein mit Marco von Wanda

#4 Auf ein Glas Wein mit Moderatorin Andrea Ballschuh

#5 Auf ein Glas Wein mit Magdalena Neuner

#6 Auf ein Glas Wein mit Sarah Kuttner

#7 Auf ein Glas Wein mit Sven Hannawald

#8 Auf ein Glas Wein mit Paul Ripke

#9 Auf ein Glas Wein mit Gregor Gysi

#10 Auf ein Glas Wein mit Hartmut Engler

#11 Auf ein Glas Wein mit Veronica Ferres

#12 Auf ein Glas Wein mit Tim Raue

Deutsches Weininstitut

Tausende Winzerinnen und Winzer aus den 13 deutschen Anbauregionen geben täglich alles für ihren ganz individuellen Wein. Sie leben ihren Beruf mit Hingabe und Leidenschaft und arbeiten das ganze Jahr darauf hin, ein besonderes Produkt zu kreieren. In der Serie „Auf ein Glas Wein mit…“ treffen diese Weine auf Persönlichkeiten, die genauso viel Liebe und Handwerk in ihr Schaffen stecken.

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