Der Architekt der digitalen Unabhängigkeit
Niko Fostiropoulos, Geschäftsführer und Inhaber der Unternehmen alfaview, alfatraining, EML Speech Technology, alfaATC und Semanux
Wer heute in Europa digitale Zusammenarbeit organisiert, landet schnell bei den immer gleichen Plattformen. Umso bemerkenswerter ist, dass aus Karlsruhe ein Gegenentwurf gewachsen ist, der längst mehr ist als eine Alternative im App-Store: alfaview wurde vor über einem Jahrzehnt als Schulungslösung von dem Weiterbildungsanbieter alfatraining entwickelt und wird heute von einer Unternehmensgruppe getragen, zu der auch Technologiekompetenzen in Sprachverarbeitung und Barrierefreiheit gehören. Im Zentrum steht ihr Inhaber und Geschäftsführer Niko Fostiropoulos, ein Unternehmer, für den digitale Unabhängigkeit eine ganz persönliche Aufgabe ist.
Digitale Unabhängigkeit ist ein großes Wort. Bei Fostiropoulos wirkt sie wie ein architektonischer Bauplan, konsequent konstruiert und mit höchstem Anspruch umgesetzt. Er studierte Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und lernte dabei, dass gute Strukturen immer zwei Prüfungen bestehen müssen: Sie müssen funktionieren. Und sie müssen Menschen tragen. Nach dem Studium führte ihn sein Weg in die berufliche Weiterbildung. 2005 gründete er alfatraining mit dem Ziel, Lernen innovativ, praxisnah und zukunftsorientiert zu gestalten.
Aus dieser Bildungslogik heraus entstand etwas, das heute weit über Weiterbildung hinausweist: alfaview. Nicht als „noch ein Tool“, vielmehr als Antwort auf eine praktische Frage: Wie schafft man digitale Präsenz, die mehr ist als ein Videocall, nämlich ein Raum, in dem Lernen und Zusammenarbeit tatsächlich stattfinden können? alfaview denkt Kommunikation als virtuelle Arbeitsumgebung, mit Räumen statt endloser Meetinglinks, mit Orientierung statt Kachelchaos, mit Strukturen, die sich nach Organisationen richten und nicht umgekehrt. Wer damit arbeitet oder unterrichtet, merkt schnell: Das Produkt ist aus dem Alltag gebaut und wurde von Fostiropoulos quasi im “Maschinenraum” seines Bildungsunternehmens konzipiert. alfatraining setzte früh auf virtuelles Präsenzlernen über Videotechnik und entwickelte eine eigene, DSGVO-konforme Videokonferenzsoftware. Seit 2010 unterrichtet alfatraining über die Videokommunikations-Cloud alfaview, ein Schritt, der damals Pionierarbeit war und heute wie eine frühe Blaupause für modernes Lernen wirkt. Heute arbeitet die gesamte Unternehmensgruppe virtuell über alfaview zusammen. Nicht als Notlösung, sondern als gelebtes Betriebssystem des Alltags; ein Erfolgsmodell dafür, wie sich eine remote geführte Unternehmensstruktur stabil, verbindlich und skalierbar organisieren lässt.
Hier zeigt sich der Charakter von Fostiropoulos’ Unternehmertum: Es geht nicht um schnelles Skalieren um jeden Preis; sein Ziel ist das Erfinden innovativer Infrastruktur. Genau darin liegt der rote Faden seines technologischen Ansatzes: Vertrauen wird bei Fostiropoulos’ Technologien grundsätzlich eingebaut und nicht nachträglich draufgeklebt. Denn Kommunikation ist heute längst kritische Öffentlichkeit. Schule, Verwaltung und Wirtschaft laufen durch dieselben digitalen Kanäle und wer diese Kanäle kontrolliert, kontrolliert mehr als Meetings. Fostiropoulos’ Antwort darauf ist europäisch gedacht: Technologie, die im DSGVO-Raum verankert ist und dort eine Alternative darstellt, wo Abhängigkeiten bequem geworden sind.
Das wurde 2025 auf einer Bühne sichtbar, auf der Mittelständler selten vorkommen: im Verfahren rund um die Kopplung von Microsoft Teams an Office. Die Europäische Kommission machte am 12.09.2025 Microsofts vorgeschlagene Verpflichtungszusagen in den Verfahren „Teams I“ (AT.40721) und „Teams II“ (AT.40873) verbindlich. Als europäischer Beschwerdeführer begrüßte alfaview die Kommissionsentscheidung als bedeutenden Schritt hin zu mehr Wahlfreiheit und Innovationskraft im Markt für Kollaborations- und Videokonferenzlösungen.
Man kann diese Episode als Wettbewerbsgeschichte erzählen. Treffender ist: Es ist eine Geschichte über Gestaltungsanspruch. Fostiropoulos’ gesellschaftlicher Leitgedanke ist, Bildung barrierefrei und für alle zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft, Alter oder Lebenssituation. Dahinter steht kein pädagogisches Pathos. Es ist eine arbeitsmarktpolitische Realität: Ohne kontinuierliche Befähigung keine Fachkräfte, ohne Fachkräfte keine Innovation, ohne Innovation kein Zusammenhalt. So fügt sich das Bild eines Unternehmers, dessen Vision es ist, digitale Räume zu schaffen, in denen Europa nicht nur Nutzer fremder Plattformen bleibt. alfaview ist dabei nicht bloß ein Produktname, es ist der Ausdruck einer Haltung: Souveränität entsteht nicht durch Worte, sondern durch funktionierende Alternativen.
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